Dreizack von den Edlen von Egling  

WgCdr. Adrian Warburton +1944

  
RAF WgCdr. Adrian Warburton  (1918 - 1944)
 Gedenkstein in Egling  eingeweiht 
                           
Egling a. d. Paar (Lkr. Landsberg/Obb.). Die Älteren Warburton Gedenkseinvon Egling werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass im Jahre 1944 ein englischer Flieger südlich von Egling abgestürzt ist und sich tief in den Ackerboden bohrte. Jahrzehntelang war der Pilot dieses amerikanischen Lightning-Flugzeugs ein unbekannter Soldat, der auch in seiner englischen Heimat als vermisst galt.
Seit den 90er Jahren konzentrierte sich die Vermißtensuche mehr und mehr auf die Absturzstelle in Egling. Es gab immer mehr Hinweise, dass es sich hier um den britischen Aufklärungsflieger Wing Commander Adrian Warburton (26) handeln könnte, der am 12. 4. 1944 von seinem Flug nach Deutschland nicht zurückkehrte.
Letzte Sicherheit für eine eindeutige Identifizierung konnte jedoch nur eine Ausgrabung bringen. Nach der genauen Bestimmung der Absturzstelle  wurde eine solche 2002 unter der Leitung von Fachheimatpfleger für archäologische Denkmalpflege Dr. A. Huber  unter tatkräftiger Mithilfe von Prof. Fried und des Baggerbetriebs Schneider Egling sowie weiteren Helfern durchgeführt.  Die Ausgrabung erbrachte den Beweis, dass der in Egling am 12.4.1944 abgestürzte Flieger tatsächlich der britische Geschwaderkommodore Adrian Warburton war. Er ist seinerzeit mit seiner Maschine größtenteils im Ackerboden verbrannt. Die geborgenen Überreste wurden 2003 feierlich im Commonwealth-Friedhof Dürnbach bei Gmund am Tegernsee beigesetzt.
Schon bei der Ausgrabung 2002 entstand der Gedanke, das Andenken an einen der höchstdekorierten britischen Flieger im 2. Weltkrieg  auch in Egling durch einen schlichten Gedenkstein an der Absturzstelle der Nachwelt zu erhalten. Dr. Fried nutzte die günstige Gelegenheit, einen eiszeitlichen Findling aus der nahen Kiesgrube von Hattenhofen zum neuen Standort an einem  Feldkreuz an der Flurstraße/Holzgasse mit Zustimmung von Bürgermeister Wörl aufstellen zu lassen. Bauunternehmer Stebner aus Eresried  stiftete und transportiere diesen Stein unentgeltlich,  Steinmetz Thomas Bartl von Egling gestaltete  die Gedenkplatte, die von den Ausgräbern textlich entworfen und auch finanziert wurde.

Möge also der Gedenkstein eine pietätvolle Erinnerung an den in Egling gefallenen Briten  und so zugleich Mahnmal für  Frieden und Völkerversöhnung sein, zu der Bischof Manfred Müller (Regensburg) anlässlich eines Gedenkgottesdienstes zum 60. Todestag von Warburton in Egling 2004 so eindringlich aufgerufen hat. Und vergessen wir nicht: Der Brite Warburton hat  bei seinem letzten Einsatz auf der Seite der Allierten sein junges Leben verloren. Sein Opfer hat aber auch dazu beigetragen, unser Land von der Terrorherrschaft der Nazis zu befreien,  die auch so vielen Deutschen im Felde und in der Heimat Tod und Verderben brachte. Dessen sollten wir immer  eingedenk sein .eingedenk sein.             

"Der kleine Prinz" 

Trotz aller unterschiedlicher Mentalität  ergeben sich Parallelen  mit dem großen fränzösischen Fliegerdichter Antoine de Sainte-Exupéry (1900-1944). Auch er war im 2. Weltkrieg im Süden (Sardinien) stationiert und flog von hier aus Aufklärungsflüge über Südfrankreich - mit dem gleichen Flugzeugtyp wie Warburton (Lightning). Saint-Exupéry kehrte  am 31. Juli 1944  von einem Flug nicht zurück, also eine gutes Vierteljahr nach Warburton. Lange Zeit galt  Sainte-Exupéry wie Warburton  als verschollen. Erst in den letzten Jahren (2003) wurde seine Maschine im Mittelmeer geortet und geborgen. Aller Wahrscheinlichkeit wurde er von einem deutschen Jagdflieger abgeschossen, was  erst 2008 öffentlich wurde (siehe Internet )                                                                     

                                                    

Literatur: Tony Spooner, Warburton´s War, 2003; BBC Timewatch(Video): Mystery of the Missing Ace, 2003; Anton Huber, Egling 12. April 1944, 12.45, in: Amperland 2005 H.3; ders., Der letzte Einsatz des Adrian Warburton am 12. April 1944. Absturz des englischen Aufklärungsfliegers – Ausgrabungen an der Unglückstelle, in: Alt Füssen. Jahrbuch des Historischen Vereins „Alt Füssen“ 2005; ders., in: Landsberger Geschichtsblätter 2007.                                                                                                                           P.Fried
       
                                                   .Bericht 5. 2007 im LT                                                                                
                                                                    
  

 

  Bericht im Landsberger Tagböatt   (14.5.2007) über die Einweihung des Gedenksteins in Anwesenheit von Vertretern der britischen Botschaft/Konsulat  und von Pfr. Kahnert und örtlichen Honoratioren.

 

 

 

 

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