Dreizack von den Edlen von Egling  

Häuserbuch Egling - Heinrichshofen

                    

                                                  EINFÜHRUNG - GOTTESHÄUSER                                        

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                                           Eglöiong

                                                                                            

                                                                        HÄUSERBUCH  EGLING                                                                                                                                                                                                                                                

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[Entwurf Titelseite P. Fried]  

                          Unsere Heimat Egling - Heinrichshofen          
                                 EGLING AN DER PAAR                                                
         
                          Von alten Höfen und Häusern         

                       

                Unteregling

                Oberegling und Hattenhofen

                Egling seit 1800

               Wappen von Egling
                                                                 

              

                 Bearbeitet von einer Arbeitsgemeinschaft (P.Fried)
                 2008

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Niemand weiß besser als der Verfasser, wie unvollständig und mit manchen Versehen behaftet folgende Ausführungen sind. Damit es aber keine „unendliche Geschichte" wird, wurde jetzt „Redaktionsschluß" gemacht und zu einem Probe- Ausdruck geschritten. Hinweise für Ergänzungen und Korrekturen werden jederzeit dankbar entgegengenommen!

 

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Vorwort (In Bearbeitung)  

Vorweg möchte ich mich hier schon bei allen herzlich danken, die mich bei der Suche nach Quellen und alten Bildern unterstützt haben, insbesondere bei H.H. Pfarrer Kahnert bei der Verfilmung des Eglinger Familienbeschriebs, beim Kloster Ettal für die Gemäldefotos, bei Herrn Bürgermeister Wörl und der Gemeindeverwaltung für die Durchführung der Bildsuchaktionen, bei Frau Tatjana Husel vom Heimatmuseum Egling für die großzügige Zuverfügungstellung der Bildsammlung, bei Herrn Franz Huster, beim Landesamt für Denkmalpflege und bei allen, die das Häuserbuch mit Rat und Tat unterstützt haben.                                                                  P. Fried  

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                                   Zur Einführung in das Häuserbuch

Eine Besitzergeschichte der Höfe und Anwesen aus den Pfarrmatrikeln oder Grundbüchern zu erstellen ist normalerweise eine zeitraubende, oft jahrelange Arbeit. Für die Pfarrei Egling liegt glücklicherweise bereits ein älterer handgeschriebener Familienbeschrieb nach Anwesen vor. Die Handschrift war  bis vor einigen Jahren in der Pfarrregistratur, heute ist sie im Diözesanarchiv Augsburg verwahrt.
Der erste Band ist betitelt mit „Familiae Succedentes ab anno 1660 in Parochia Egling" Er wurde von Gilbert Lercher, Pfarrer in Egling 1818-1820 und ehem. Chorherrn von Polling verfaßt. „Den zweiten Band, an den der Autor oft dachte, konnte er nicht schreiben: nach zwei Jahren vom Schlag gerührt resignierte er freiwillig" vermerkt  Pfarrer Gilbert. Die Fortsetzung nahm dann 1834 in Angriff sein Nachfolger Pfarrer Vinzenz Mayer, Exdominikaner von Augsburg in Augsburg, der von 1820 - 1838 Pfarrer von Egling war, seit 1824 auch noch Distriktsschulinspektor . Die jeweiligen Nachfolger im Pfarramt haben diese Beschreibung dann bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts fortgeführt, sie sind durch die unterschiedliche Handschriften auszumachen.

In dieser Familienbeschreibung wird angegeben:
1. Hausname und Hausnummer
2. Name des Besitzers mit Geburts-, Heirats- und Sterbedatum
3. Ehefrau(en) mit Geburts-und Sterbedatum sowie Herkunftsort
4. Kinder mit Geburtsdatum und ggf. Vermerke über deren
5. Heirat, Tod usw., wie sich überhaupt zahlreich solche
Vermerke als Nachtträge sich finden.

Diese Familienbeschreibung wurde zum ersten Mal in Rotters Geschichte von Egling 1911 in der Weise benützt, daß nur die Besitzer angegeben wurden. Die Rottersche Familienbeschreiung
wurde dann unter Fortführung der Besitzerreihen bis 1954 in der Chronik (von 1954 )veröffentlicht. Dabei wurden seit etwa 1870 auch Ehefrauen und Kinder angegeben, wenn diese für die Kenntnis des Erbgangs von Bedeutung waren. Ebenso wurden auch Kauf bzw.Verkauf vermerkt.

Diese Fassung konnte trotz einiger Bedenken als Scan-Vorlage für die nun vorliegende Beschreibung übernommen werden. Sie wurde, was die Hofbesitzer betrifft, nach Möglichkeit bis zum heutigen Tag fortgeführt (s.u.). Dazu wurde ergänzt:
a) die grundherrschaftliche Zugehörigkeit (Obereigentum) um 1800,
b) die Hofgröße nach dem bayerischen Hoffußsystem, wobei das Steuerbuch von 1752 und der älteste Kataster 1808 ff. zugrundegelegt wurde: 1/1 - 1/4 größerer Bauernhof; 1/8, 1/16, 1/32 Sölde, Gütl, Leerhäusl, mit mit Zuerwerb (Taglöhner, Handwerker usw.)
c) Familiäre und besitzgeschichtliche Zusammenhänge, die für die Hofgeschichte bedeutsam waren.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Familienbeschriebe durchaus ein Äquivalent für die Angaben aus den Briefprotokollen usw. darstellt  Egling und Heinrichshofen hat das Glück, dass ein solcher  Familienbeschrieb vorhanden ist. Für andere Orte, wo dies nicht der Fall ist, müssen mühhsam die Besitzerfolgen aus Matrikeln und Briefprotokollen zusammengetragen werden.

Als besondere Aufgabe stellt sich, die Haus- und Hofbesitzer  von  ca. 1950 (dem Ende von Familienbeschrieb und  Chronik) bis zur Gegenwart fortzuschreiben . Hierfür überließ  mir dankenswerterweise Frau Tatjana Husel die Fragebögen, die Sie Ende der neunziger Jahre hinausgehen ließ. Er wurde allerdings nur von etwa der Hälfte der Adressaten ausgefüllt und zurückgegeben. Für die andere Hälfte wird nun versucht, die einschlägigen Daten nach und nach zu erhalten.  Vorerst werden die Lücken mit einer punktierten Linie (............) gekennzeichnet.  Herrn Ludwig Ruile, Geschäftsstellenleiter  der Gemeindeverwaltung,  danke ich für die Überlassung der Liste  der Haus- und Wohnungsinhaber nach dem Straßenverzeichnis von 2002,  ferner  eines aktuellen Ortslageplans.


Es wäre auch  reizvoll gewesen, die Geschichte der einzelnen Hofgrundherrschaften bis zu den frühesten Nennungen zurückzuverfolgen. Diese ist allerdings eine Aufgabe für kommende Bearbeiter der Eglinger Ortsgeschichte. Im Anhang wurde jedoch der bisherige Stand der Forschung mitgeteilt. Auch auf Familiengeschicht konnte hier nicht eingegangen werden.

Die alten Foto-Aufnahmen zeigen meist renovierte Gebäulichkeiten noch aus dem vorigen Jahrhundert. Die Häuser der Kleinbauern waren  sehr einfach gebaut. Noch ein Jahrhundert früher, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, waren sie noch alle aus Holz errichtet und mit Stroh gedeckt. Im Vergleich zu den heutigen Bauten sieht man bei den aktuellen Fotos den sozialen Aufstieg dieser einstigen ländlichen Unterschicht nach 1950, der allerdings meist mit der Aufgabe der Landwirtschaft einherging. Die Gebäude der großen Anwesen waren jedoch schon im 19. Jahrhundert kleine Herrenhäuser, die fast alle gemauert waren und ein festes Ziegeldach hatten. Leoprechting beschrieb 1855 das bäuerliche „Haim" am Lechrain und führte dabei aus : „Die Ausdehnung der so zahlreichen Bauernhöfe im Unterland grenzt an das Unglaubliche. Man sehe nur derselben Gebäude u.a. in Egling, Weil, Prittriching, Mehring, in deren je eines man gleich zehn polnische oder ungarische Schlösser hineinstellen könnte!". Er legte vorzugsweise jedoch für seine  Beschreibung das Seldnerhaus (Kleinanwesen) zugrunde, "weil dieß ... die ganze ungehreure Mehrzahl bildet... " (S. 217ff.).  Die Ausführungen Leoprechtings sind sehr lesenswert! - Heute sind nur noch ein gutes Dutzend landwirtschaftlicher Anwesen übrig. Wo diese noch weiterbestehen, wurde es vermerkt (grüne Schrift).

Man erwartet im Häuserbuch Angaben zur Baugeschichte der einzelnen Anwesen, wie dies vorzüglich und vorbildhaft Wilhelm Neu immer wieder getan hat . Die Briefprotokolle und Steuerbücher konnten nicht mehr herangezogen werden, auch im Nachlaß von Wilhelm Neu fanden sich keine diesbezüglichen Auszüge. Kartographisch konnte die Lage der Anwesen durch die Katasterpläne von 1808 und 1846 frühestens ermittelt werden. Die einzelnen baulichen Veränderungen bis zur Gegenwart hätten eigener Studien bedurft,  was zeitlich nicht möglich war. So konnte meist nur nach dem Augenschein angegeben werden, ob es sich um Neubauten, stark renovierte Altbauten oder noch um die Altbauten selbst handelt. Hierfür sind auch die Fotos von Aussagekraft.

Wer sich über die Hauslandschaften allgemein informieren will, möge zur folgenden Literatur greifen: Wilhelm Neu, Siedlungs-, Dorf- und Hausformen , in: Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg a. Lech, 1 Aufl. 1966, S. 208 - 214; Alexander Zeh, Bauernhauslandschaft und bäuerliche Bautradition, in:  Der Landkreis Fürstenfeldbruck, 1992,  S. 526 - 541 (mit Karte der Hauslandschaften, s.o.). -

Mein Dank gilt  Herrn Franz Huster für die Mitteilung des Grundbuches für die Brandversicherungs - Anstalt im Landgericht Landsberg vom Jahre 1811/12 . Sie enthält knappe, aber interessante Angaben über den Hausbestand und die berufltich-soziale Stellung der Hausbesitzer vor der Industrialisierung und Technisierung. Sie wurden zu Beginn der Hausartikel wiedergegeben. Frau Tatjana Husel danke ich vor allem, daß sie in großzügiger Weise ihre Bildersammlung zur Verfügung gestellt hat.

 

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Häuserbuch Egling                                                                           In Bearbeitung   

                                                                                                            26.3.2007                         

Die ONLINE - EDITION

Eine völlige Edition des Häuserbuches erschien zunächst nicht möglich. Es sollten nur von Fall zu Fall  einzelne Beispiele wiedergegeben werden, um einen Eindruck von der Bearbeitung zu vermitteln. Dazu sollten nur einige Bilder. vor allem  von abgegangenen Häusern gebracht werden.

Dann  wurde aber trotzdem  der Versuch unternommen, alle Anwesen zumindest mit dem Text der Hauschroniken in das Internet zu stellen, was auch gelungen ist. In der Folge wurden dann  Bilder dazu gestellt. Der Versuch kann als gelungen bezeichnet werden.  Egling und Heinrichshofen gehören damit zu den wenigen Orten, die mit seinem Häuserbuch "online" sind.  Damit geht auch  ein Wunsch von mir in Erfüllung: Das Häuserbuch soll nicht nur auf meinem Computer gespeichert, sondern allgemein zugänglich sein! Eine spätere Druckfassung, die mehr Bilder und  Text enthalten wird, ist jedoch immer noch in Planung: Als Buch ist das Häuserbuch immer noch das beste Medium!

Bei der Durchsicht ist zu erkennen, daß noch erhebliche Bildlücken bestehen. Bitte teilen Sie mir alte Bilder mit (Tel. 08206-261 Fried, Heinrichshofen)!

                                                                                                P. Fried

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U n t e r e g l i n g (I)                                                Noch in Bearbeitung!

                                                                                                     

Katasterpläne 1808 siehe nächster Abschnitt Unteregling II !

In einer einmaligen Aktion wurden im Zuge der Katastrierung 1808 die Hausnummern zugeteilt. Wir können mit dem gleichzeitig angelegten Flurplan den Gang der Beamten entlang der Hauptstraße von Hs. Nr. 1 (Unterer Wirt Unteregling ) bis zu Hs.Nr. 109 (Schäffler Oberegling) nachgehen.

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N.B. 1/1 - 1/4 = größerer Bauernhof;  1/8, 1/16, 1/32 Sölde, Gütl, Leerhäusl, meist mit Zuerwerb (Taglöhner, Tagwerken, Handwerk usw.)

Wo heute noch Landwirtschaft betrieben wird, ist dies eigens vermerkt. Es sind die nur noch ein Dutzend Betriebe.

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GOTTESHAUS 

Hausnummer 110 / Kirchweg 3                                            

Die Pfarrkirche St. Vitus steht auf einer Anhöhe über dem Ortskern von Egling an der Paar im Landkreis Landsberg am Lech in Oberbayern. Der stattliche Sakralbau gilt als eine der bedeutendsten Landkirchen des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Südbayern.      . de.wikipedia.org/wiki/St._Vitus_(Egling_an_der_Paar) oder:  St. Vitus( Egling an der Paar) - Wikipedia.

Pfarrkirche St. VitusAlte Pfarrkirche St. Vitus um 1750

Zum Dekanat Dießen, Region Weilheim, Diözese Augsburg der Röm.-kath. Kirche. Mit den Kapellen St. Blasius, St. Ulrich und St. Magnus sowie der Filialkirche St. Andreas in Heinrichshofen

St. Vitus, der Patron der Kirche, erlitt das Martyrium mit Modestus und Crescentia in der diokletianischen Christenverfolgung (um 305). Er zählt zu den Vierzehn Nothelfern und wird als Patron gegen Feuer und Blitz verehrt. Sein Gedächtnistag ist der 15. Juni. Der Veitsdom in Prag ist weltberühmt.

I. Wissenswertes zur Kirchen- und Baugeschichte

- 1210, 5. Mai, ist erstmals mit „Hainricus decanus et sacerdos de Egelingen" ein Pfarrer zu Egling bezeugt. Egling selbst ist urkundlich um 1133 zum ersten Mal   erwähnt.                                                              Die alte Kirche auf einem Ettaler Gemälde


- 1310, 1. Oktober, ist in einem Teilungsvertrag der wittelsbachischen Herzöge zum ersten Mal die „chirche .. ze Eglingen" erwähnt.
- 1339, 24. Februar, schenkte Kaiser Ludwig der Bayern den „kirchensatz (Patronats- und Vogteirechte) der kirchen zu Eglingen", bisher Lehen vom Herzogtum Bayern, dem 1330 von ihm gestifteten Kloster Ettal.
- 1743, 24. Januar: Das Kloster Ettal erlangt auf dem Tauschwege die völlige Inkorporation (Einverleibung) der Pfarrei Egling
- 1767, 9. November, Einsturz des Turmes der alten Pfarrkirche St. VitusKirche. Dieses Ereignis war der Anlass zum Neubau der wohl bedeutendsten, bereits an der Schwelle zum Klassizismus stehenden Spätrokoko - Landkirche im südwestoberbayerischen Raum. - Der Vorgängerbau war wohl eine kleinere, spätgotische Kirche, deren Turm mit hohem Spitzhelm bewehrt war. Der Chor dieser Kirche blieb beim Neubau stehen.
- 1768/70 wurde durch den Münchner Hofmaurermeister Franz Anton Kirchgrabner (1740-1800), einen Schüler und Nachfolger Johann Michael Fischers, das Langhaus neu erbaut, der Altarraum erhöht und der Turm begonnen, der erst 1777 vollendet war. Das nahezu quadratische Langhaus erinnert durch seine Rundungen an die Rotunde der Klosterkirche von Ettal.
- 1783, 11. Juni, fand unter Pfarrer Josef Graf von Wackerstein OSB die Weihe der neuen Kirche durch den Augsburger Weihbischof Joh. Nep. v. Ungelter statt.
- 1802 Mit der Säkularisation hört die Zugehörigkeit der Pfarrei zum Kloster Ettal auf, die Pfarrei wurde landesherrlich
- 1821, 3. Januar wird das Organisations-Reskript über die Pfarrei Egling erlassen.
- 1973/74 letzte Gesamtrestaurierung durch den hiesigen Restaurator Norbert Fischer

II. Sehenswertes

Architektur und Äußeres

Inneres der Pfarrkirche St. Vitus- Die Kirche beherrscht Ortsbild und Umgebung als ein monumentales blockförmiges Bauwerk, dessen Schwere durch wohlabgewogene Verteilung der Farben gemildert wird. Das Langhaus zeigt vier verschiedene Fensterformen. Die Chorfenster sind schlank und rundbogig.
- Der Turm im nördlichen Chorwinkel steht an der Stelle des früheren.
- Der Grundriß der Kirche setzt sich aus drei zentralisierenden Baugliedern zusammen, die eine von J. M. Fischer vorgezeichnete Form aufnehmen (s. Pfarrkirche von Eschenlohe). Der zentrale Hauptraum ist annähernd quadratisch mit abgeschrägten Ecken, die nach Osten als tief ausgerundete Altarnischen, im Westen als vorhallenartige Raumteile mit den beiden Eingängen ausgebildet sind. Die Zentralisierungstendenz des Langhauses wird durch zwei flache Kreuzarme gesteigert, die nach außen wie „angeklebte Schachteln" wirken, im Inneren jedoch durch ihre Ausrundung, Pilastergliederung und in Verbindung mit den eingestellten Seitenaltären kaum wahrnehmbar sind. Diese Ausrundungen des Langhauses erinnern an die Rotunde der Ettaler Klosterkirche
- Der Mittelraum wird von einer regelmäßig aus- und einschwingenden, echten Kuppel überdeckt; über den vorderen Seitenaltären befinden sich kleine Oratorien mit schräg verlaufenden Brüstungen, die indirekt beleuchtet erscheinen.  

Kaiser Ludwig d.Bayer:Gründung Ettal- Dem überkuppelten, quadratischen Mittelteil des westlichen Emporenjoches entspricht das gleichfalls von einer Flachkuppel überspannte Chorquadrat, das sich nach Osten nach einem Gurtbogen in den ausgerundeten Altarraum fortsetzt.
- Rundbogiger Chorbogen, begleitet von gestelzten Rundbogenöffnungen zu den beiden Seitenräumen; die ehemalige obere Empore gegen Westen, 1786 nachträglich eingebaut, wurde bei der letzten Restaurierung entfernt.

 

 

 

Ausstattung

Decken- und Wandfresken

-  Hauptbild in der Langhauskuppel, das Martyrium des hl. Vitus darstellend, vom Hofmaler Christian Thomas Wink (1738-1797)
- Chordeckenbild (1770) zeigt den Titelheiligen in der Glorie. Seitlich Bilder>>>
-Wandbilder in den Oratorien des Langhauses von Franz Zwinck, weisen auf die Gründungsgeschichte des Klosters Ettal hin
-Stuckaturen von Thassilo Zöpf (1723-1807), dem letzten bedeutenden Stuckmeister von Wessobrunn.

Altäre

-Hochaltar 1779 vom einheimischen Kunstschreiner Maximilian St. Anna auf dem SeitenalterGruber. Das Altarblatt „Martyrium des Hl. Vitus" malte erst 1888 Anton Huber aus Dachau. Es wird von zwei Säulenpaaren gerahmt und von polierweiß gefaßten Statuen der hll. Petrus und Paulus begleitet, letztere Spätwerke von Franz Xaver Schmädl (um 1770). Oben im Altar (Auszug) kreisrundes Bild der Hl. Drei Könige (1782 Dieffenbrunner). Seitlich auf dem Gebälk zwei kniende Engel. Auf dem Spätrokoko-Tabernakel das Apokalyptische Lamm um das Buch mit sieben Siegeln, Putten und zwei anbetende Engel.
-Seitenältäre: Links der Kreuzaltar mit einem Kruzifix von Lorenz Luidl aus Landsberg (um 1680/90) , darunter Schmerzhafte Muttergottes; rechts der Kerkeraltar. Die Altäre in den beiden flachen Kreuzarmen des Hauptschiffs sind linkerhand der Schutzengelaltar, davor die hll. Florian und Sebastian, rechterhand der St. Anna-Altar mit der künstlerisch besten Holzfigur der Hl. Anna, die kleine Maria an der Hand führend, wohl vom Weilheimer Bildhauer Franz X. Schmädl (um 1760/70), Nebenfiguren hll. Joseph und Joachim
-Kanzel: 1785 von Maximilian Gruber
-Einzelfiguren der hll. Leonhard und Benedikt und hl. Johann Nepomuk (um 17170/80)auf den drei Beichtstühlen
-Orgel mit Barockschnitzerei wohl Epitaph P.Joseph Graf v. Wackerstein1754 aus dem Kl. Weihenstephan
-Zwei gute Porträts (Ölbilder) an der Westwand auf der Empore, den letzten Augsburger Fürstbischof Clemens
Wenzeslaus und Weihbischof Johann Nep. Ungelter darstellend.
-In der linken Chorwand Epitaph des Pfarrers P. Josef Graf von Wackerstein OSB, (+1784), Sohn des Kurfürsten und Kaisers Karl VII. Albrecht (1784+)

III. WÜRDIGUNG

„Was St. Vitus in Egling besonders auszeichnet, ist - neben der vorrangigen Stellung an der Nahtstelle zwischen Rokoko und Klassizismus in Altbaiern - der Zusammenklang von Architektur und Malerei als Werke erstrangiger Münchner Hofkünstler mit der von ländlichen Meistern geschaffenen Ausstattung    (Neu, in Kirchenführer S. 28)

Weitere Einzelheiten sind dem Kirchenführer der Pfarrei Egling a. d. Paar vom Jahre l992 zu entnehmen, siehe Schriftenauslage am letzten Betstuhl.

> Pfarrhof s. Hs.-Nr. 110
> Zehentstadel  s. Nr. 112
> Kirchenbesitz (Anwesen)  > s. Nr. 6,  38, 39, 43, 51, 56, 63,77

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Hausnummer 110 / Kirchweg 4

Pfarrhaus, -hof

1809 2 ½ Tagw. Zweymädiger Anger neben dem Bach, ludeigen.
¼ Pfarrwidumshof  (ohne Haus) 20 Tgw.93 Dez.
1811/12 Haus gemauert, mit Ziegel gedeckt. Stadel und Stallung gemauert. Backhaus und Wagenremise von Holz gebaut, mit Bretterdach. Pfarrgebäude/Zehentstadel (königl.)

Der jetzige Pfarrhof wurde neu erbaut 1901.Pfarrhof Egling *Denkmalgeschützt: Pfarrhaus mit Walmdach, Resalit, neubarock erbaut 1900/01. -
Der Vorgängerbau war gleichfalls schön und geräumig, mit gesonderten Oekonomie-Gebäuden und stammte aus dem Jahre 1716 (Steichele, Bistum Augsburg II, 462) Er ist wohl auf dem Gemälde der Ettaler Pfarreien aus der Mitte des 18. Jahrhunderts abgebildet. (Frdl. Mitteilung P. David Ilgen Kl. Ettal)
Das älteste Pfarrhaus stand beim Unteren Wirt:„N.B. Die Hofstatt Nr. 39 und Garten waren, weil ehemals das Pfarrgebäude da stand, freistiftig zum hiesigen Pfarrgotteshaus..." (Familienbeschrieb). Nr. 39 wurde 1833 abgebrochen.

[Zur Pfarrgeschichte siehe Steichele, Bistum Augsburg II, 453 ff. ]

Reihenfolge der Pfarrer in Egling:
(entnommen der Chronik 1954 S. 105 bzw. Familienbeschrieb)

Um das Jahr 1210 Hainricus Decanus et sacerdos de Egelingen (aus dem
Geschlechte der Kruge (Amphora) (Monumenta Boica 8/135)
Etwa 1312 Sifrilt der Tegan ze Eglingen (Mon. Boica XXXIII. 1. 364)
Vor 1519 Udalrikus Greyff
Etwa 1593 Johannes Petrus
Etwa 1610 Jörg Schacher
1626-1634 Blasius Winter.Er bemerkt im Pfarrbuch: 1634 vier Erwachsene
erstochen, 219 an der Pest gestorben, diese wurden bei Nacht vergraben.
um die Leute nicht noch mehr zu ängstigen. Er selbst starb 1634
ebenfalls an der Pest.
1634-1637 Andreas Heckl
-1640 Ferdinand Rauch (auch Raub geschrieben)
1640-1642 Pater Georgius Mayr
1643-1668 Pater Benedikt Eckhert, wurde 1668 Abt von Ettal, gest. 1675

1668-1694 Pater Anselm Haltenberger
1694-1696 Magnus Mathias Schretter, s. s. Theologiae et s. s. Canonum Cand., d. h. Professor der Theologie und des kanonischen Rechtes
1696-1702 Nikodemus Ziegler, geboren zu Greifenberg, kam nach Mering
1702-1717 Franziskus Ney
1717-1726 Urban Katzmayr, hier im Chor der Pfarrkirche begraben
1726-1739 Michael Sießmayr, Sohn des Thomabauern in Heinrichshofen, Hsnr. 30, war vorher Kaplan in Mering
1739-1742 Sebastian Lott
174'3-1744 Pater Paulus Vogl, liegt im Pfarrkirchenchor begraben
1744-1745 Pater Bonifazius Wanner
1745-1760 Pater Nonosus Mayr
1760-1773 Pater Bernhardus Niedermayr (später Abt von Ettal, Onkel des Grafen v. Wackerstein - Erbauer der schönen  Kiche                                                                                                  
1773-1779 Pater Beda Staab
1779-1782 Pater Romualdus Klöck
1782-1784 Pater Josephus Graf von Wackerstein, ein Sohn des Kaisers Karl VII., erlag am 17. August 1784 dem Typhus, den er sich bei der Provisur eines Kranken geholt hatte und wurde auf sein Verlangen im Grabe des Paters Paulius Vogl im Pfarrkirchenchor beigesetzt. Eine Gedenktafel über dem G.rabe erinnert an diesen großen Priester (genaue Lebensbeschreibung L. G. 1954 S. 49)
1784-1817 Pater Benediktus Daetzel, der letzte Benediktiner vom Kloster Ettal,
liegt im Gottesacker begraben
1818-1820 Pater Gilbert Lercher aus dem Kloster der regulierten Chorherrn in Polling bei Weilheim
19. Juli 1820 bis 8. Mai 1838: Vinzenz Mayr, Exdominikaner von Augsburg; war seit 1824 Distrikts-Schulinspektor Pfarrer Neureoter
29. Oktober 1838 bis 23. September 1858: Anton Marus Finkenzeller, war Exfranziskaner - er erblindete 1840 und die Pfarrei wurde 10 Jahre durch Kaplan Georg Fischer und 8 Jahre durch den Priester Anton Lang als Pfarrprovisoren versehen. Finkenzeller liegt hier im Gottesacker begraben.
3. März 1859 bis 4. Jänner 1882: Georg Nusser, starb hier, wurde aber in seiner Heimat Günzburg beerdigt
12. April 1882 bis 6. August 1884: Pankraz Martin, kam nach Herbertshofen und dann nach Geltendorf, wo er starb
30. Oktober 1884 bis 18. August 1897: Franz Sales Zink, kam nach Holzhausen bei
Landsberg und liegt in seiner Heimat Unterigling begraben
27. Jänner 1898 bis 17. März 1901: Karl Rehmlein, fand auf dem hiesigen Friedhof
seine letzte Ruhestätte
12. Juli 1901 bis 19. September 1919: Alois Rudolph, geb. 6. 11. 1856 in Wattenweiler, seit 1909 Kammerer des Kapitels Bayermünching und Geistlicher Rat, gest. 1919 am 19. September, sein Grab liegt rechts am Sakristeieingang
4. März: 1920 bis 1. Juli 1946: Leonhard Neureiter, geb. 15. 10. 1877, Schuldekan bis 1. 7. 46; zog nach Hochaltingen, wo er am 25. 6. 1948 verstarb, liegt an der gleichen Stelle begraben wie Pfarrer Rudolph - er war Ehrenbürger der Gemeinde Egling 
1946 - 1965 Ulrich Prestele, geb. 17. 6. 1896 in Roßhaupten b. Füssen, kam von Akams  b.        Oberstdorf. + Roßhaupten 5.9.1976 
1965 - 1973 Wolfgang Kimmel. Ab 1981 Pfr. in Kochel.  + 30.11.2007 in Prem
1973 - 1984 Caspar Wessels.  +
1984 - 1994   Anton Kreutmayr
1994 - heute Friedrich Kahnert. 2007: Silb. Priesterjubiläum: Wir gratulieren!

Primizianten:  P. Alanus Wörle OSB 1950, P. Gotthard Braunmüller OSB 1952, P. Franz Muck  1970

                        P. Gottfried Sieber OSB 1966, P. Claudius Bals OSB 1968

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Zehentstadel s. Hs.-Nr. 112
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