Dreizack von den Edlen von Egling  

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HÄUSERBUCH EGLING  Startseite

Die Fa. DATA BECKER  hat für ihr Software-Produkt "Meine Hompage 5 plus" ab 1.2.2009 ihr Webhosting (ontoo.de) eingestellt. Dank des großzügigen Entgegenkommens von Herrn  IT Ing.Florian Schneider, Heinrichshofen,  konnte ein neuer Server gewonnen:

 [ http://haeuserbuch.commercelab.de/Egling/ ] =  diese Homepage

HÄUSERBUCH HEINRICHSHOFEN

http://haeuserbuch.commercelab.de/Heinrichshofen/

[Falls dieser Link hier nicht geht, ihn bei www.pankraz-fried-de/  anklicken oder direkt als Adresse eingeben!]                                                                                   13.10.11

C.D. Ein gutes, glückliches Neujahr 2012!                                                 

9.3.2012

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Unterelging

                             

 WILLKOMMEN AUF DER HISTORISCHEN HOMEPAGE VON EGLING UND HEINRICHSHOFEN!

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Reihe von Annäherungen an die Geschichte von Egling und Heinrichshofen.

Hauptinhalt ist die Erarbeitung eines Historischen Häuserbuches mit der Familien- bzw. Besitzerabfolge, das die Grundlage für eine jede Ortsgeschichte bildet. Im weitesten Sinne soll  eine Geschichte der alten ländlichen Welt und ihr Übergang zur Moderne in Umrissen aufgezeigt werden.                                                

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Bild:  Einmalige Untereglinger Dorfansicht: Wie lange noch?  Was wird aus dem historischen Ortskern von Unteregling (Roßstall Bacher, Gendarmenhaus, Wiederbebauung Grad)? Fragen Sie bei der Gemeinde an, immer wieder!

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Dazu  werden Anmerkungen zur Ortsgeschichte und Grundherrschaft sowie Studien und Überlegungen zur örtlichen Denkmal- und Heimafpflege gegeben. Sie sind z.T. durch eigene Links abrufbar.  

Allgemeingeschichtliches wie z.B. aus dem Agrar- und Alltagsgeschehen  soll hier am konkreten örtlichen Beispiel verdeutlicht und so zu einer Geschichte "zum Anfassen" werden !

Dabei  ist manches noch im Stadium der Bearbeitung, die über die Internet-Präsentation verfolgt werden kann.

Egling ist übrigens die Heimat meiner Großmutter Johanna Fried - Brandmaier, siehe Oberegling Hs.Nr. 79 und meine Erinnerung an sie (Link:  Anmerkungen zur Geschichte, Anhang).  Dies erinnert zugleich auch darin, daß Häuser nur die Gehäuse sind, in denen die Menschen wohnen, deren Leben und Umfeld unser eigentliches Interesse gelten sollte.  Wenn Sie über Papiere und Aufzeichnungen von Ahnen  bzw. Besitzvorgängern verfügen, bitte bewahren Sie diese auf, sie werden immer wertvoller! Ganz besondere Quellen sind sog. Ego-Dokumente, Selbstzeugnisse wie z.B. Tagebücher, Erinnerungen usw.

Menschen und Familien

Um es nochmals zu wiederholen: Häuser  sind nur die Gehäuse, in denen die Menschen wohnten, deren Leben und Umfeld unser eigentliches Interesse gelten sollte.  Wenn Sie über Papiere und Aufzeichnungen von Ahnen  bzw. Besitzvorgängern verfügen, bitte bewahren Sie diese auf, sie werden immer wertvoller! Ganz besondere Quellen sind sog. "Ego-Dokumente" , Selbstzeugnisse wie z.B. Tagebücher, Erinnerungen usw. 

Die im Häuserbuch genannten Personen werden nach und nach mit Geburts-  und Todesdatum erfaßt, der Hochzeitstermin ist früher in der Regel auch der  Tag  der (Besitz-)Übergabe. Desweitern werden  die Kinder erfaßt.  Nicht greifbar sind vorläufig die "Winkelleute" (Mieter) sowie die auf den Höfen arbeitenden Ehalten (Dienstboten), deren Zahl nicht gering war. Sie stammten in der Regel von den kleinen Anwesen.  

Um Personen und Familien besser greifen zu können, werden in einer eigenene Seite "FAMILIEN"  einzelne Familienstammbäume geboten.  Hier, aber auch im Häuserbuch selbst, wird ersichtlich, welch geringe Lebensdauer die Menschen früher oft hatten und wie hoch die Kinderzahl, aber auch die Kindersterblichkeit war.  Nicht selten starben die Frauen im Kindbett und die Männer mußten mehrere Male heiraten. Wenn man sich allein diese Fakten  vergegenwärtigt,  so ersieht man, wie hart und ärmlich oft das Leben in früherer Zeit war.  Wimschneiders "Herbstmilch" wie auch andere bisher erschienene Erzählungen aus der "guten" alten Zeit treffen  in vielem auch für das alte Egling zu.

Das Häuserbuch will auf diese Weise beitragen, daß die Menschen von heute vielleicht zufriedener werden

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DAS HÄUSERBUCH SOLL HELFEN  WURZELN ZU  FINDEN, AUFZUZEIGEN  UND WURZELN ZU SCHLAGEN !

 Es wurde deswegen  noch unvollständig  ins Internet gestellt, damit Sie den Fortgang der Arbeiten beobachten und Hinweise und Hilfen geben können:

derzeit Z.B.  bei der Ermittlung der Anwesensbesitzer  1950 -  Gegenwart. Es fehlt  noch die Hälfte!   

Pankraz Fried, Heinrichshofen Paarstr.6

Tel. 08206 261  --  eMail  waberer.@t-online.de                                                                                     

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Neues - Wichtiges - Aktuelles

 siehe auch unten am Schluß!__________________________________________________________________________

Vorspruch

„Panta rhei" - alles fließt, alles ist im Fluß, sagten schon die alten Griechen. Und auch Bürgermeister Leo Wörl von Egling: „Die Betrachtung der Geschichte unserer Heimat erzählt uns, wie sich im Laufe der Zeit alles in Dorf und Flur verändert hat und wie wir es heute sehen. Das Heute ist nicht das Letzte und Höchste. Unser Ort wird sich weiterentwicklen und verändern" (Heimatbuch 2007, Geleitwort). Zur Illustrierung dieser Veränderungen seien eingangs einige Beiträge gebracht.

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Wichtige Hinweise

Historischer Atlas Landsberg:

www.bayerische-landesbibliothek-online.de 

unter Link Landesgeschichte, Historischer Atlas. Dort auch Johann Georg v. Lori, Werke: Aus dem Lechrain [ca.1765]

Karl Frhr. v. Leoprechting, Aus dem Lechrain. Das Bauernjahr,1855. Siehe  Link "Lechrain" ! 

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 Skizze Agraentwicklung BayernDer Strukurwandel

 

 

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                                                              1800                      1900        1950      2006/07

 

Skizze der Entwicklung der landwirtschaftlichen Bevölkerung und der  landw. Betriebe  in Bayern 1800 bis zur  Gegenwart

    Zahlen, die für sich sprechen:

Landwirtschaft

(Aus: Habilarbeit P.Fried, Sozialentwicklung der ländlichen Welt seit 1800 (1971). s.u.  Zusammengestellt hauptsächlich aus den Beiträgen zur Statistik Bayerns, Agrarberichten u.a.)

° Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren in Bayern bei einer Gesamtbevölkerung von 3,7 Millionen ca. 3 Millionen Menschen in der Landwirtschaft tätig = ca. 80 %

° Heute (2008) sind bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 12,5 Millionen nur noch knapp 200.000 in der Landwirtschaft erwerbstätig = 3 %

° Während der Anteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung bis 1950 ( bei einem Rückgang von ca. 500 000 seit 1800) relativ gering war, setzte von da an bis heute ein ein abrupter Abfall ein: Betrug die landw. Berufsbevölkerung 1950 noch 2 Millionen, so sind es heute nur noch knapp 200 000 (190400): Rückgang von 1, 8 Millionen! Hinter diesen Zahlen verbirgt sich der „Strukturwandel"!

° Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe fiel von rd. 500 000 im Jahre 1950 auf 117 000 im Jahre 2006.

Ländlicher Raum

Der Rückgang der landwirtschaftlichen Bevölkerung bedeutete indes keine Entvölkerung des ländlichen Raumes: Er umfaßt heute 85 % der Landesfläche und bietet etwa 60 % der bayerischen Bevölkerung Heimat

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Die verlorene Seele des Dorfes                                                         SZ 3./4.Nov. 2007 S. 47

Von Hans Kratzer Egling Hattenhofen

Vom frühen Mittelalter bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein waren die bayerischen Bauerndörfer ein Hort der Beständigkeit, zumindest was ihre geographische und soziologische Struktur anbelangt. Als Technisierung und Ökonomisierung wie eine Sturzwelle über die Dörfer schwappten, die angestammten Lebensformen von heute auf morgen fortspülten und den Blick der

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BAYERN-BUCH
Neues vom Büchermarkt
Albert Bichler:
Damals auf dem Land.
Altes Dorfleben in Bayern, J. Berg Verlag, ISBN: 978-3-7658-4187-3, 144 Seiten, 19,95 Euro

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Menschen von der Nähe in die Ferne lenkten, da war es um diese uralte Form des Zusammenlebens und des Wirtschaftens geschehen. Die Dörfer existierten zwar fort, aber sie hatten, ohne das jetzt nostalgisch zu verklären, ihre Seele und ihr Gesicht verloren. Bevor es gänzlich in Vergessenheit gerät, hat der Münchner Volkskundler Albert Bichler dem alten Dorf in einem 144 Seiten starken Buch ein bemerkenswertes Denkmal gesetzt. Bichler, der bereits ein Standardwerk über das Brauchtum vorgelegt hat ("Wie es in Bayern der Brauch ist") schildert darin die Grundstrukturen des einstigen Dorflebens, das getragen wurde von den Bauern und den Dienstboten, vom Pfarrer und vom Lehrer, vom Wirtshaus und den Handwerkern, vom Jahreslauf der Natur und dem Brauchtum [sowie dem Kirchenjahr]. Bichler gerät dabei nicht in Versuchung, dieses Leben in der Rückschau zu verklären, er zeichnet keine heile Welt, die es in der Tat nicht gegeben hat. In Wirklichkeit war die Existenz auf dem Dorf geprägt von harter Arbeit, von Not und Entbehrungen. In einer Zeit ohne Blitzableiter und Penicillin waren die Menschen ein leichtes Opfer für Gefahren aller Art. Urlaub und 40-Stunden-Woche gab es nicht.
Andererseits war das Leben oft einfacher und übersichtlicher. Das Dorf gewährte vielen menschliche Geborgenheit, Nähe und Vertrautheit. Die Erfahrung der Vereinsamung in einer von der Technik geprägten Welt kannte es kaum. Dies ist auch gut zu ersehen aus den einmaligen Bildern von Erika Groth - Schmachtenberger (1906-92), die dem Buch authentische Aussagekraft verleihen. Die Fotografin hat das bayerische Volksleben des 20. Jahrhunderts so eindrucksvoll wie keine andere dokumentiert. Umso bedauerlicher ist es, dass ihr Archiv in alle Himmelsrichtungen verstreut ist.
In den einzelnen Kapiteln handelt Bichler das Leben in der Großfamilie ab, die harte Bauernarbeit, die Handwerksberufe, die alle ausgestorben sind. Er berührt viele Facetten, der Reigen spannt sich vom Kammerfenster bis zur Leichenfrau. Abgerundet wird das leicht lesbare Werk durch ein Glossar, in dem Bichler die wichtigsten Begriffe aus diesem verschwundenen Kosmos erläutert. Altehrwürdige Wörter wie Häuslleut, Flurumgang, Kornmandl und Versehgang kommen noch einmal zu Ehren. Als pensionierter Lehrer weiß Bichler den Stoff auch didaktisch gut aufzubereiten. Deshalb ist das Buch für den Schulunterricht bestens geeignet - leider wurde das dazu passende Fach Heimatkunde wie das alte Dorf längst entsorgt.

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Egling in der "sanften Kulturrevolution"  seit dem 2. Weltkrieg

Vom alten Bauerndorf zur modernen Wohngemeinde 

Von Pankraz Fried

                                                                    IEine alter Bauernhof

Manche mögen ob dieser Überschrift etwas irritiert sein. Wo gab es denn eine Revolution seit 1950? Es gab doch nur Frieden, Fortschritt und Wohlstand.

In der wiss. Literatur spricht man von der "industriellen Revolution", die im ausgehenden 18. Jahrhundert  einsetzt und zusammen mit den liberalen Reformen im 19. Jahrhundert auch das Land berührt, wenn auch in Bayern zunächst nur sehr sehr langsam.

 

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Siehe hierzu als Basisliteratur P. Fried, Die Sozialentwicklung im Bauerntum und ländlicher Bevölkerung [seit 1800] in: Spindler / Schmid (Hrsg.) , Handbuch der bayerischen Geschichte IV. Bd. Das neue Bayern, 2. völlig neu bearb. Aufl. München 2007, S. 181 - 215 ). 

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Der Umbruch, der seit dem 2. Weltkrieg auf  dem Lande im Zuge der Volltechnisierung und Globalsierung die Industrialisierung fortsetzt, ist einmalig und ohne Vorbild  in der Geschichte. Er droht die Traditionen von einem Jahrtausend bäuerlicher Geschichte langsam aber sicher auszulöschen. Volkskultur und Dialekt sind am Absterben, die alten Bauernhäuser werden immer weniger, die ausgebildete und aufgeklärte Jugend denkt anders als  ihre Eltern und Vorfahren. Der alte Dienstbotenstand ist sang- und klanglos ausgestorben. Altes Dorf und Land wurden  so zu einer "Welt, die wir verloren haben" (P.Laslett).  Wir können diesen "Strukturwandlungsprozeß "nicht aufhalten, der in Form einer "sanften Kulturrevolution" das Land verändert (siehe F. Kramer, Aspekte der Modernsierung Bayerns, in: Weiß-Blaue Rundschau 50. Jgg. 2007 Nr. 4 S. 7 - 16). Was wir tun können, ist in letzter Minute noch einiges Wesentliche vom Überkommenen und Absterbenden aufzuzeichnen und  der nachfolgenden Generation zu übermitteln.  Wie es schon immer in Umbruchzeiten gemacht wurde. Dabei soll das Positive des Modernisierungsprozesses nicht verschwiegen sein. Wir verdanken ihm unseren heutigen hohen Lebensstandard. Doch er hatte seinen Preis, nämlich den Verlust so manch wertvollen Kulturguts und die Zerstörung bzw. Schädigung einmaliger Landschaften: zuletzt am sichtbarsten durch die neuen "Solarparks" in den Fluren(siehe oben).  

                                               Biogasanlage             

                                                                         II

Der Strukturwandlungsprozeß läßt sich besonders augenfällig an der Veränderung der Dorfstruktur  und der Bauernhäuser ablesen. Deswegen  habe ich mich an die Bearbeitung der Häuser- und Höfegeschichte mit Angabe der Grundherrschaft  und  Hofgröße (um 1800) sowie der bäuerlichen Besitzerreihe (bis heute) gemacht, mit Bemerkungen über die Gebäulichkeiten anhand älterer Fotos und Pläne.  Hierzu ist unten Näheres ausgeführt. Die Häuserchronik zeigt, daß von ehedem über 100 landwirtschaftlich-handwerklichen  Anwesen nur noch ein gutes (oder eher ein knappes) Dutzend selbständiger Landwirtschaften übrig geblieben sind. Alte Bauernhäuser und -gehöfte muten, wo sie noch existieren, bisweilen oft wie Kulisse und Fassade an. Die Biogasanlagen am Dorfesrand sind Symbol der neuen Wirklichkeit.

Anhand der Häusergeschichten können wir auch die Erbauung  der neuen, nichtagrarischen Häuser - meist Wohnhäuser-  verfolgen, die im 19. Jahrhundert  zunächst zögernd einsetzt, dann aber im vorigen Jahrhundert und vor allem im Wirtschaftswunder ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Es entstanden ganze Neusiedlungen und mehr oder weniger große  Gewerbegebiete. Was die Herkunft der "Neusiedler" angeht, so rekrutieren sie sich zunächst aus den nachgeborenen Bauernkindern  und nach 1945 aus den Heimatvertriebenen. Sehr bald  macht sich auch die Nähe zu den Ballungsgebieten Augsburg und vor allem München bemerkbar.  

                                                                  III

Es  wäre sodann auch  unbedingt  erforderlich, das (alltägliche)Ehemaliger Grabstein im alten Friedhof Leben der Menschen zu beschreiben, die in diesen Häusern gewohnt haben. Über die Lebensdaten hinaus gibt es hierfür nur sehr wenige Quellen. Einmalige Funde wären  Tagebücher und Selbstzeugnisse (sog. Ego-Dokumente), die jedoch äußerst selten sind.  Derzeit hätte man noch eine letzte Gelegenheit, mit der Methode der Oral History (mündlichen Befragung)  Leben und Treiben der Menschen in alter Zeit zu dokumentieren. Ansätze hierzu sind in Egling gemacht worden ( T. Husel; siehe meine Anmerkungen zur Geschichte Eglings). Die Grabsteine in den alten Friedhöfen sind diesbezügliche steinerne Denkmäler,  die in ihrem Kernbestand unbedingt erhalten werden sollten. 

 Die Kriegerdenkmäler sind in ihrem Bestand nicht gefährdet; Kriegerdenkmal Eglingjährlich wird an ihnen der gefallenen Krieger am Gedenktag im November gedacht.  Die kommenden Generationen sollen  immer wieder eingedenk sein,  welchen Blutzoll zwei Weltkriege gefordert haben. Man frägt sich heute: Warum hat die oberste bayerische Führung im ersten Weltkrieg den Fahneneid auf den obersten preußischen Kriegsherrn über das Leben zehn- und hunderttausender Bauernbuben gestellt, die seit 1916 auf den Schlachtfeldern von Verdun und anderen Orten verbluten mußten -  warum unterstützte die bayerische Heeresleitung nicht den Versuch des österreichischen Kaisers Karl, einen Separatfrieden zu erreichen, anstatt über Kriegsziele zu phantasieren?  Und im zweiten Weltkrieg rückten die wenigsten der jungen Männer freiwillig ein, um für die  größenwahnsinnigen Kriegsziele  einer verbrecherischen Naziclique ihr Leben lassen zu müssen. Bei der Anwesensgeschichte erfährt man immer wieder, wie der Tod des Hoferben, ja sogar zweier, dreier Söhne die Existenz des Hofes ruiniert hat. Möge sich so etwas nie mehr wiederholen.

            

                                                                   IV                                                        

Der fortschrittliche Mensch  von heute wird sagen: Wozu all dieses alte "Khraffl"  und "Glump" noch aufbewahren, wo High-Tech-Offensiven und Globalsierung unsere moderne Welt bestimmen?  Sollen wir wieder ärmlich und teilweise hungernd  unser Leben fristen wie zu Großvaterszeiten?  In der Regel erweisen sich solche Fortschrittsgläubige als beratungsresistent. Sie glauben an den ewigen Fortschritt ohne Grenzen, an die Macht der Technik und an die Wundertätigkeit menschlicher Intelligenz, die immer wieder alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumt.

Niemand von den "ewiggestrigen Heimathistorikern"  will ein Zurück zu den früheren ärmlichen Zeiten. Doch  gibt es bereits des öfteren ein besinnlich - nachdenkliches  Innehalten: Wohin soll dies alles führen, vor allem das Übersteigerte und Überbordende? Wohin gehen wir eigentlich? Nur der Mensch, der weiß, woher er kommt, hat  einen festen Stand  in der Gegenwart. Er ist sich bewußt, daß er nicht für sich allein existiert, sondern auch nur ein Glied in einer langen Generationenkette ist. Und wenn diese weitergehen soll, bedarf es einer festen Verankerung, eines nachhaltigen Handelns, eines verantwortungsvollen Bauens für die Zukunft, die immer auch Teil der Vergangenheit ist, ob man dies wahr haben will oder nicht.  Dies kann nur in einem überschaubaren Bereich gelingen, der Sicherheit und Geborgenheit verleiht: die Heimat. Heimat ist mehr als Folklore. Sie ist Identität, Bekenntnis zu einer Gemeinschaft und einem Land, dem man sich zugehörig fühlt und das man liebt.                                                                                

Heimat-  und Identitätsbewußtsein  entsteht in der Hauptsache aus traditionellen Werten. Das Bewußtsein,  von einem Anwesen in Egling/Heinrichshofen zu stammen und  hier seine Wurzeln ("roots" ) zu haben, spielt dabei eine große Rolle. 

                                                                      V                             

Der Strukturumbruch hat aber  nicht nur Wirtshausschild Unterer Wirtzerstört, sondern auch eine neue, moderne Zivilisation hervorgebracht,  wie wir sie  heute kennen und die wir  veilleicht auch Kultur nennen dürfen, vor allem, wenn man die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen und Events denkt. Sie hat jedoch weitgehend  überregionale und internationale Züge.  Neue Häuser und Siedlungen haben z.B. überall die gleichen oder zumindest ähnliche  Materialien und Muster, wie sie  auch  in vorstädtischen Vierteln zu finden sind. Ebenso sind die modernen Infrastrukturen  der verschiedenen Ebenen überall gleichartig. Am Beispiel Eglings wird deutlich, daß sich aus der modernen Neusiedlung jedoch keine Identität ergibt, sondern nur aus der Tradition des Altortes. Seine uralte Geschichte wird z.B. im Ortswappen symbolisiert (Dreizack der Eglinger zu Egling, siehe Anmerkunge zurr Geschichte). 

 Damit sind wir beim Thema der "corporative identity", zu deutsch des modernen örtlichen Heimatbewußtseins angelangt. Dieses kann jedoch nicht pauschal den Bewohnern des Altdorfes zugeschrieben werden. Martin Wölzmüller, Bayerns oberster Heimatpfleger, beobachtet das Phänomen der "zwei Welten" im heutigen Dorf (tz 23. 10. 2007 S, 23): "Da gebe es zum einen die "Eingebundenen", die rege am Vereins- oder sonstigen Dorfleben teilnehmen; zum zweiten jene Einwohner, die sich dem Gemeinchaftsleben entziehen und das Dorf lediglich als Wohnort betrachten". Wobei hinzuzufügen ist, daß natürlich die Älteren und Kranken daran nicht mehr teilnehmen, aber sich wohl am Dorfgeschehen noch interessieren können.

Bleibende  Identifikationsobjekte - heimatliche Denkmäler - sind, wenn einmal kein altes Bauernhaus mehr steht, die alten Kichen und Kapellen im Ort, die barocke St.Vitus-Pfarrkirche, die romanischen Kapellen St. Blasius und Ulrich usw. (siehe das Folgende und unter "Gotteshäuser"). Und eine hoffentlich trotz aller moderner Eingriffe noch einigermaßen heile und schöne Landschaft und Umwelt! Raum im Heimatmuseum Egling

Es ist erfreulich, daß es seit geraumer Zeit einen Heimatverein und ein Heimat- museum gibt, das die alte Eglinger Dorf-tradition gegenständlich aufzeigen will.  Möge es gelingen,  dafür entsprechende größere Räumlichkeiten zu gewinnen!

Bild nebenan aus: Ortsmuseen im Landkreis Landsberg, hrgg. v. Landkreis Landsberg 2007

 

 Ein Nachwort

Es mag sein, daß die historische Analyse nicht gerade ermutigend und aufbauend, vielleicht auch zu kritisch ausgefallen ist. Was soll angesichts dessen die junge, aktive Generation machen?  Sie kann m.E. aus dieser Geschichte lernen und dabei feststellen, daß es noch genügend positive Handlungsansätze gibt. Dabei geht es nicht darum, über alles eine museale Glasglocke zu stülpen, sondern  zu prüfen, was im Einzelfall zu bewahren und entsprechend zu gestalten ist. Das schöne und prägende historische Ortsbild von Unteregling ist  - trotz einiger schmerzlicher Blessuren - noch da: die das Dorf überragende Kirche,  das in den alten Konturen neu erbaute Gebäude des Unteren Wirts, - wenngleich bedauerlich in einer Fremdfunktion . Es stehen noch die Gebäude der anderen größeren Höfe (Hausen- und Kirchenbauer, Kramer)und vor allem der zahlreicheren ehemaligen  Kleinanwesen,  von denen nicht wenige schmuck herausgeputzt sind. Knackpunkte künftiger Ortsbildgestaltung werden die Erhaltung bzw. Gestaltung des Roßstallgebäudes beim Unterer Wirt, das Gendarmenhaus und die Bebauung des Grundstückes der ehem. Gradwirtschaft sein. Wird hier weiter "gesündigt", ist das Ortsbild Unteregling stark beschädigt.  Sodann: Die Verbindung zwischen dem ehemaligen Unter- und Oberegling ist durch moderne Funktionsbauten m. E. gelungen gestaltet: Raiba-Gebäude, Rathaus, Gemeindehaus. In Oberegling ist das Wohnhaus des Frietingerhofes Gottseidank wieder in den alten Ausmaßen neu gebaut worden, die dortige St. Blasius-Kapelle ist ja der älteste Kirchenbau Egling . Ein besonderes Augenmerk ist im eigentlichen Oberegling der Umgebung Alter Wirt - dem letzten alten  Gasthaus in ursprünglicher Funktion -  zu schenken, besonders aber dem Areal um die St. Ulrichskapelle, wo die ehemalige Turmhügelburg der Herren von Egling mit dem Dreizackwappen stand. Die Reihenhausbebauung des Wangernbauernhofs ist hier ein warnendes und abschreckendes Beispiel. Alte Bauernhäuser, die zweckentfremdet als Wirtschafts- oder Mietgebäude genutzt werden, sollten in ihrem Äußeren besser konserviert werden (wie z.B. Wangerbauer, Isaak, Kastenbaur usw.). Auch in Oberegling ist noch  eine größere Zahl von Kleinbauernhäuser vorhanden, die es für die Bewahrung eines geschlossenen Ortsbildes verdienen erhalten zu werden. Zu erwähnen ist schließlich der Obere Mühle  - Hof als noch relativ intakte Anlage.

Diese kurzen, keinesfalls vollständigen und systematischen Bemerkungen zeigen, daß es trotz der bisherigen schmerzlichen Verluste noch viel an dörflichem Kulturgut und alter Bausubstanz zu bewahren bzw. zu gestalten gibt. Es wäre dringend wünschenswert, einen "Masterplan" für die weitere baulich-kulturelle Gestaltung von Altegling zu entwerfen, um dann entsprechend agieren zu können.

Es gilt also die Devise "Unser Dorf soll schöner werden" auch im Sinne: "Unser schönes altes Dorf Egling soll eine Zukunft haben"!

 

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                        Über den Stand der Arbeiten am Eglinger Häuserbuch

 Am Häuserbuch wird kontinuierlich -wenn auch mit Pausen- auf drei Ebenen gearbeitet: Bildarchiv (Fotosammlung mit Digitaliserung), Ausarbeitung des Häuserbuchs im Computer  und Präsentation  im Internet.  Besonders langwierig ist die Aktualisierung der Besítzerreihen (ab 1954  bis Gegenwart und vor 1954 durch Überprüfung am Familienbuch). Eine Schlußaufgabe wird dann sein, das Werk in einem gediegenen Layout  darzubieten.

Nach Fertigstellung ist daran  gedacht,  vom Häuserbuch zunächst  CDs herzustellen, dann aber auch eine Druckfassung in Buchform erscheinen zu lassen.  Für Heinrichshofen ist die erste CD (Korrekturfassung pdf-Datei) erhältlich.   Siehe auch nächste Seite!    

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Die Bedeutung eines Häuserbuches

Über die Bedeutung eines Häuserbuches für die Ortsgeschichtsforschung hat der bekannte Kreisheimatpfleger Toni Drexler grundlegende Ausführungen im Vorwort zu seinem Häuserbuch von Althegnenberg gemacht. Sie sollen im folgenden an die Spitze unserer Arbeiten am Eglinger Häuserbuch gestellt werden: 


"Wer sich längere Zeit mit der Geschichte eines - oder wie in diesem Falle zweier - Orte befaßt, kommt auf Dauer nicht umhin, ein Häuserbuch anzulegen. In diesem werden nun alle Daten, die sich auf einzelne Personen oder Anwesen beziehen eingetragen. Das Ergebnis - oder besser: das Zwischenergebnis liegt nun vor ... Es soll zur weiteren Auseinandersetzung und zur weiteren Erforschung der Heimatgeschichte anregen.
Die Anwesensgeschichte eines Ortes zu schreiben ist ein schwieriges, aber lohnendes Unterfangen. Sie bietet zum ersten Mal die Chance den verschwundenen Generationen unserer Orte eine Stimme zu verleihen, auch wenn es manchmal nur ein leises Flüstern ist. Sie, die Menschen der vorangegangenen Generationen, die Geschichte meist nur erdulden mußten, oder gar Opfer der Geschichte wurden, werden noch einmal mit einigen wenigen Daten genannt: Name, die Dauer ihrer Anwesenheit und vielleicht noch ein paar Hinweise darüber wie sie sich durchs Leben brachten. Und dennoch waren Sie es, die unsere Orte gestalteten, sie waren also nicht nur Opfer der Geschichte sondern auch im begrenzten Umfang Handelnde, die bis heute sichtbare Spuren hinterlassen haben.
Die sog. "große" Geschichte wird dann nachvollziehbar, wenn sie sich mit dem Geschehen vor Ort in Verbindung bringen läßt; wenn man die ganz persönlichen Auswirkungen Z.B. des Dreißigjährigen Krieges auf seine Vorfahren nachlesen kann.
Daß die Anlage eines solchen Häuserbuches nicht gerade einfach ist, wurde schon erwähnt, ja es brachte den Verfasser mehrmals an den Rand der Verzweiflung. Man stelle sich das Ganze am ehesten als ein riesiges Puzzle mit mehreren Tausend Teilen vor, daß nun aneinander zu fügen sei, nur mit dem Unterschied, daß man nicht sicher sein kann, daß das Ganze auch aufgeht. Allein an der Tatsache, daß es in Hörbach im 17. und. 18. Jahrhundert 10 Anwesen mit dem Familiennamen "Rottenfusser" gab, mag die Schwierigkeiten bei der Zuordnung der einzelnen Personen verdeutlichen. Tausende höchst unterschiedlicher Daten aus den verschiedensten Beständen von 6 Archiven wurden zusammengetragen und versucht zu ordnen und miteinander in Verbindung zu bringen. Als Quellengattungen wurden zum größten Teil ausgewertet: Kataster, Steuerbücher, Stift- und Salbücher, Urkunden, Briefprotokolle (diese jedoch nur für Hörbach), Matrikelbücher und Kirchenrechnungen (auch nur für Hörbach), Es versteht sich von selbst, daß die Angaben zur Person, wie wir sie heute als selbstverständlich voraussetzen z. B. Geburtsdatum, genaue Adresse usw., in weiter zurückliegenden Zeiten nicht vorhanden waren. Man muß sich nach anderen Merkmalen die zur Einordnung der Personen dienen umsehen: Hausname, Grundherrschaft, Vorbesitzer, Besitzgröße, Beruf, verwandtschaftliche Beziehungen usw. Erschwerend kommt hinzu, daß es auch widersprüchliche und falsche Eintragungen gibt.
Verallgemeinernd kann gesagt werden, daß zum einen je niederer der soziale Stand der Person und zum anderen je älter die Quelle ist, desto dürftiger die zu erhebenden Daten sind.
Das Häuserbuch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; auch nach noch mal 10 Jahren Forschung wird es immer noch Lücken geben! Auch werden mit Sicherheit einige kleine Fehler sich bei weiteren Forschungen herausstellen, da die Quellen oft widersprüchlich sind oder falsch interpretiert werden (auch frühere Forscher waren davor nicht gefeit)  ......"

Das Häuserbuch Althegnenberg-Hörbach  ist vorbildhaft für alle Orte, für die keine Familienbeschreibung auf der Grundlage der Matrikeln vorliegt. Siehe:

 www.genealogie-kiening.de/Althegnenberg.html

[Falls Link nicht geht, ihn direkt eingeben!]

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Hauslandschaften nach Schubert

 

       1  DAS HAUS DES RUPERTIGAUES

       2. DAS SÜDBAYERISCHE HAUS

           a) Der Einhof Nordtirols

           b) Der Einhof des Alpenvorlands südl.v.München

           c) Einhof zwischen mittlerer Isar und Inn

           d) Der Hof des Berchtengadener Landes

       3. DAS OBERSCHWÄBISCHE HAUS

           Haustyp mit weitester Verbreitung v.Elsaß bis München

            a) der Einhof zwischen Lech und Starberger See   

                mit Quermittertenne, Eingang traufseitig

            b ) Der Werdenfelser Einhof....

        4. DAS NIEDERBAYERISCHE GEHÖFT ...

        5. DAS WESTBAYERISCHE GEHÖFT: 

Beim Großbauernhof früher ungeordnete Hofform, seit etwa 1900 geordneter Dreiseithof, teils zusammengebaut, teils locker nebeneinander gestellt. Im Osten Wohnhaus und Roßstall unter einem Dach, im Westen Wohnhaus allein, Ställe im Stadel. Bis 1850 hohe, überdachte Hofttore. Beim Kleinbauernhof Einhaus, früher Mittertenne, die von der Tenne am Hausende verdrängt wurde, erdgeschossig, mit mittelsteilem Dach, früher Strohdeckung, seit der Biedermeierzeit vielfach durch Biberschwanz-Spliesdeckung abgelöst.                                                                     

Literatur

Ottmar Schubert,  Führer durch das Freilichtmuseum Glentleiten, 1978   

Wilhelm Neu, Bäuerliche Haus- und Hofformen in Oberbayern. In: Georg Dehio, Handbuch der Kunstdenkmäler Bayern IV: München und Oberbayern, 1990, S. XI - XV   

    

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  Fortsetzung  siehe  Link: Einführung - Gottes-, Gemeinde-, Schulhäuser 

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